Bin ich kreditwürdig?

Bin ich kreditwürdig?
Bin ich kreditwürdig?

Wer die Tagespresse aufmerksam liest oder die Wirtschaftsnachrichten im Internet verfolgt, der wird bei Meldungen über die Ausfallraten von Krediten ins Staunen geraten: Die Ausfallraten bei Banken und Finanzierungspartnern liegen im sehr niedrigen, einstelligen Prozentbereich. Da viele Kredite davon nicht schon bei der ersten Monatsrate ausfallen, können die Partner bei angemessener Prüfung auch tatsächlich mit der Rückzahlung rechnen! In diesem Zusammenhang hört man sehr oft das Stichwort der „Kreditwürdigkeit“ eines Schuldners und wie die kreditgebenden Stellen versuchen diese möglichst realitätsnah einzuschätzen.

Dabei gibt es ein paar Grundprinzipien und Hilfsmittel, die eine exaktere Prognose ermöglichen und zudem faire Kreditzinsen für alle zur Verfügung stellen. Eine gedankliche Reise führt durch die Welt der Bonitätsbewertung, der Risikozuschläge und der höheren Lebensqualität.

Die Kreditwürdigkeit betrachtet die Rückzahlungsfähigkeit heute und in der Zukunft

Anders als persönliche Eigenschaften oder Charaktermerkmale, die – wenn überhaupt – nur langfristig verändert werden können, hat die Kreditwürdigkeit einen sehr momentanen Charakter. Eine Gehaltserhöhung, gewinnbringende unternehmerische Beteiligungen oder Vermögenswerte sorgen dafür, dass Rückzahlungswahrscheinlichkeit und Kreditwürdigkeit steigen. Im Gegensatz dazu führen Kurzarbeit oder Entlassung dazu, dass sich die finanziellen Verhältnisse binnen 12-15 Monaten rasant verschlechtern. Die Betrachtung der Kreditwürdigkeit bezieht sich deshalb auf den „Jetzt“-Zeitpunkt und die nähere Zukunft. Eine Analyse soll die Frage beantworten, wer kreditwürdig ist und wie hoch die Kreditgesamtsumme höchstens sein sollte. Die Beurteilung der Kreditwürdigkeit, auch Bonität genannt, basiert dabei auf mehreren Säulen und Einflussfaktoren.

Bestzins – Monatlicher Haushaltsüberschuss als greifbares Kriterium

Wer feststellen möchte, wie kreditwürdig er ist, der kann seine monatlichen Einnahmen und Ausgaben als einen ersten Indikator dafür nehmen, wie kreditwürdig er wirklich ist. Der Monatskontoauszug des Girokontos zeigt meist die wesentlichen Einnahmen und Ausgaben auf und sollte – nach Abrechnung von freiwilligen Sparverträgen – einen positiven Monatssaldo aufzeigen. Wer dagegen jeden Monat mit seinem Geld gerade so über die Runden kommt, der würde eine weitere Belastung durch Monatsraten nicht sehr leicht stemmen können. Oder müsste sich dann an anderer Stelle einschränken. Dieses greifbare Kriterium sollte jeder nicht nur bei größeren Krediten verwenden, sondern wenn er sich beispielsweise für 24 oder 36 Monate an einen Telekommunikationsanbieter binden und ein Smartphone ohne Anzahlung haben möchte.

„Bin ich nun kreditwürdig?“ Bonitätsbeurteilung

Der Kreditgeber versucht den monatlichen Haushaltsüberschuss ähnlich wie der Kreditnehmer zu berechnen. Im Kreditantrag fragt er beispielsweise nach dem Monatseinkommen und danach, wie lange die derzeitige berufliche Position schon ausgeübt wird. Die Lebenserfahrung zeigt, dass die meisten Beschäftigungsverhältnisse entweder in der Probezeit gekündigt werden oder länger Bestand haben. Wer also – übertrieben gesprochen – eine Woche nach der Einstellung einen Kredit beantragt, der wird eine andere Kreditwürdigkeit haben als jemand, der die Probezeit schon überstanden hat. Ein Einkommensnachweis beispielsweise in Form einer aktuellen Gehaltsabrechnung oder aber auch eines Rentenbescheides untermauert die Angaben und fließt in die Berechnung der Kreditwürdigkeit und in die Bonitätsbeurteilung mit ein.

Bonitätsindex

Jeder Kreditgeber verwendet dazu eigene Formeln und Entscheidungsregeln. So kann es sein, dass eine Bank einen angefragten Kredit vollkommen anstandslos vergeben würde – eine andere Bank aber eine abweichende Laufzeit oder maximale Kreditsumme vorschlägt.

Bisherige Erfahrungen von Kreditgebern fließen mit in die Berechnung ein

Ein weiteres beliebtes Instrument zur Berechnung der Kreditwürdigkeit ist das brancheninterne Abfragen, ob es bisher negative Erfahrungen anderer Kreditgeber mit diesem Kunden gibt. Diese Abfrage wird SchufA-Abfrage genannt. Bei der SchufA handelt es sich um ein Unternehmen, das Banken gegründet haben, um Kreditrisiken beherrschbar zu machen. Die Kreditwürdigkeit eines Kunden sinkt sofort, wenn er dort über einen oder mehrere Negativeinträge verfügt: Dann geht der „neue“ Kreditgeber davon aus, dass es bei der nächsten Transaktion ebenso zu Problemen kommen wird. Dann wird er einen höheren, risikoabgestuften Zins nennen oder gleich ganz auf die Kreditausreichung verzichten. Negative Erfahrungen bisheriger Kreditgeber können deshalb zu einer zeitweisen Beschädigung der Kreditwürdigkeit führen.

Allerdings bewerten die meisten Banken und Kreditgeber kürzliche Ereignisse höher als lange in der Vergangenheit zurückliegende Ereignisse. Aus diesem Grund sollte jeder seine Kreditwürdigkeit auch dadurch pflegen, dass möglichst keine Kredite zu spät bedient werden. Wenn eine Rate mal nicht rechtzeitig bezahlt werden kann, dann sollte der Kreditnehmer Kontakt mit dem Kreditgeber aufnehmen um möglichst einen negativen SchufA-Eintrag noch abwenden zu können.

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Wer feststellen möchte, ob er selbst kreditwürdig ist sollte deshalb seine Einnahmesituation betrachten und auf die Außenwirkung seiner Tilgungen bzw. Zahlungsverzögerungen achten. Nur dann kann über die mit dem 18. Lebensjahr erlangte Geschäftsfähigkeit – also auch die Kreditfähigkeit – langfristig eine Kreditwürdigkeit aufgebaut und stabilisiert werden.